Donnerstag, 26. März 2015

Kröten fürs Karma

Es ist wieder soweit! Nein, ich meine nicht Ostern, sondern die Krötenwanderung. Ist ja schon bekannt, dass ich die Tierchen richtig niedlich finde. Diese kühle, weich-ledrige Haut, diese unglaubliche Kraftanstrengung, die die Kröten jedes Jahr auf sich nehmen. Dieses Jahr kann ich ihnen bei ihrer Wanderung professionell beistehen: ich hatte mir nämlich eine Stirnlampe zu Weihnachten gewünscht! (die auch zum Einsatz kommen wird, um die ungeliebten Nacktschnecken zu finden!) Mit Stirnlampe kann ich die verirrten Kerlchen aufspüren, wenn sie mal wieder den Weg Richtung Straße statt Richtung Tümpel eingeschlagen haben.
Die Natur ist einfach unglaublich! Jedes Jahr aufs neue wandern diese Tiere aus dem Wald und den Erdlöchern Richtung Wasser, Morast oder Teich. Dort suchen sich die deutlich überzähligen Männchen (gestern hatte ich auf 27 Männchen nur 1 Weibchen!)  eine durch ihren Umfang sofort zu erkennende Krötenfrau für neckische aber auch sinnvolle Spiele. Weibchen laichen nur alle zwei bis drei Jahre, da ist der Run auf die Damen natürlich groß. Und die Männchen reagieren deshalb mit einem Klammerreflex, wenn sie ein Weibchen erwischen. Der Reflex kann auch schon mal daneben gehen: einen meiner Finger hat ein Männchen  fälschlicherweise so fest umklammert, dass ich den Kerl kaum wieder losbekommen habe...
Teilweise schleppt das begehrte Weibchen bis zu drei Männchen mit sich herum bis zum Laichplatz, die einfach nicht von ihr ablassen wollen. (Sind wahrscheinlich froh, den eigenen, männlichen Artgenossen zu entfliehen,  ;-)!) Wenn die Paarungszeit zu Ende ist, dann kriechen die Kröten wieder in den Wald zurück. Ist die Natur nicht irre?
Ich war gestern lange unterwegs, mit Eimer, Stirnlampe und Rad. In der Dämmerung fängt es an: dann raschelt es im Laub, dann kann man ein süßes Zirpen hören. Dann ziehen sie los, die Kröten. Gestern wurden ca. 250 Kröten aufgesammelt und an einen neu angelegten Teich im Wald verfrachtet. In meinem Eimer waren besagte 27 Stück plus 1. Je wärmer es ist, desto mehr Kröten wandern, dass kann in die TAUSENDE gehen! Es mag angesichts der vielen Grausamkeiten und Unglücke in dieser Welt vielleicht seltsam erscheinen: aber jede "gefundene", kleine Kröte erfreut mein Herz. Besonders in dieser Zeit.





Kommentare:

Dagmar Küchler hat gesagt…

GERADE in dieser Zeit der allgemeinen katastrophen und sozialen Kälte ist Deine Empathie für diese, von vielen Menschen als hässlich bezeichneten Lebewesen, herzerwärmend....malerische Grüße Dagmar

Petra Meyer hat gesagt…

😊