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Montag, 23. Mai 2016

Da hilft nur backen....

Ja, Sie haben richtig gelesen: da hilft nur backen. Natürlich wäre auch "packen" eine Alternative. Packen und verreisen und irgendwo wenigstens mal 10 Tage am Stück mildes Sonnenwetter geniessen. Aber ich sage es Ihnen: backen hilft auch!  Da kommen Sie auf andere Gedanken, es duftet fein, Naschen macht Spaß und so ein trüber Montag fällt nicht mehr ins Gewicht. 
Und so habe ich mit der besten Freundin von allen einen "Hefeteig-Backmarathon"  eingeläutet. Die letzten Tage habe ich ihr noch als Versuchskaninchen ausgeholfen, denn die liebe Freundin backt völlig wetterunabhängig auch bei heißesten Temperaturen. Und wie sie backt! Köstlichste Hörnchen und Zöpfchen aus wunderbar zartem Hefeteig, gefüllt mit allerlei Köstlichkeiten wie Kirschkompott mit Mandelaroma oder Nuss-Schokoladenfüllung. Ich war nur am probieren und schleckern!
Und jetzt, mit dem Wetterumschwung, da ist mein Ehrgeiz erwacht, es doch auch mal wieder mit dem Hefeteigbacken zu probieren. Und da ich´s immer ganz genau nehme, habe ich mich erst mal durchs Netz gegoogelt. Haben Sie gewusst, dass nur Eigelb ohne Eiweiß besser für den Hefeteig ist? Eiweiß verklebt, Eigelb nicht und macht noch dazu eine schöne gelbe Farbe. Der Teig muss richtig, richtig lange geknetet oder geschlagen werden. Und er braucht viel Zeit beim Ruhen und Gehen. Wiener Griessler Mehl ist besonders fein. Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben. Ja, und ein Briocheteig hat besonders viel Butter und Eigelbe. Es gibt in Frankreich sogar ein eigenes Briochemehl.
Ich habe alles beherzigt, habe nicht nur Milch sondern auch zwei Esslöffel Joghurt an den Teig gegeben und mich in ständiger Geduld geübt. Und? Er ist wunderbar geworden, der Hefezopf.  Ein bisschen in die Breite gegangen ist er, aber er schmeckt sehr fein und ist saftig und weich. Die beste Freundin von allen bekommt  allerdings kein Versucherle. Nicht etwa, weil ich ihr keines gönne, sondern weil schon nix mehr da ist vom dem Zopf! Der Herr des Hauses war so begeistert von dem Backergebnis... Und der muss es ja wissen, denn er kommt aus einer Bäckerfamilie. Wenn das Wetter so bleibt diese Woche, dann setze ich wieder einen Teig an, diesmal mit einer Portion Sauerteig zusätzlich. Das Ergebnis soll dann besonders fluffig und watteweich werden, wie die Colomba aus Italien. Ich berichte!







Donnerstag, 20. November 2014

Der 24.Dezember naht - Stollenzeit

Der 24. Dezember scheint noch in weiter Ferne. Aber zumindest fürs Stollenbacken ist es höchste Eisenbahn ! Denn erstens schmeckt der kurz vor Weihnachten am besten und zweitens muss er ja unter einer Butterschmalz-Zuckerschicht schön durchziehen, damit er mürbe und saftig wird. Und das dauert mindestens seine 2-3 Wochen! Deshalb habe ich gestern Abend extrem-couching gemacht und mich per ipad "eingelesen". Das mit dem Hefeteig ist eine echte Wissenschaft. Da gibt es Hefeteig mit viel und mit wenig "Schüttflüssigkeit - soll heißen "Milchzugabe". Mit wenig oder gar keiner Butter, mit Eigelb ohne Eigelb. Mal wird nur 1g (!) Hefe mit Mehl und Wasser angesetzt. Mal wird die Hefe mit Salz und Wasser zu einer Art Vorteil gerührt. Der Teig ruht mal lange oder kurz. Und je nachdem erhält man andere Backergebnisse: da kommen buttrige Croissants raus, oder ein fluffiger Panettone oder eben ein fester Stollen.
Kurzer Rede langer Sinn: ich lasse Sie teilhaben an meinem Stollenexperimenten. Dafür mache ich einen sogenannten "schweren Hefeteig", mit viele Hefe, wenig Ruhezeit und viiiiel Inhalt. Ich habe Rezepte von allen möglichen Starköchen und Hobbyköchen "verprobt" und mir mein spezielles Rezept geschnürt. In meinen Stollen kommen Cranberries, Zitronat, Orangeat und Rumrosinen. Auf Wunsch des Hausherrn vor allem auch Marzipan, weil der Stollen dann schön saftig ist. Erstaunlich viel Hefe und erstaunlich viel Salz ist in allen Rezepten zu finden. Hätte Sie gewusst, dass Salz dazuführt, dass die Krume besonders gut wird? Und dass es besonders Stollenmehl gibt, man aber auf jeden Fall Mehl nehmen sollte, dass einen hohen Leberanteil hat, d.h. Mehl 550 z.Bsp.  Der eher  rheinländischen Stollen wird mit Eigelb gebacken, der  thüringisch/sächsischen Stollen eher mit Butter. Und Quark könnte man auch zum Stollenbacken nehmen.
Sie sehen, ich bin auf dem besten Weg Stollenteigexpertin zu werden.

Ach, habe gerade beschlossen, dass ich nicht nur einen Stollen, sondern zwei verschiedene Stollen backe.

1. einen Stollen mit 1 kg Mehl, 100 g Hefe, 250g Zucker und fast 900 g Sultaninen, Zitronat, Orangeat, Cranberries (vorher in Rum getränkt), zwei Eigelb, 10g Salz, Gewürzen  und viel Marzipan

und

2. einen kleinen Stollen mit 500g, 50 g Hefe, 5 g Salz, 120 g Zucker ,kein Eigelb, aber mit Butter, Aprikosen und Sultaninen (vorher in Rum getränkt), Koksflocken und Gewürzen.


Beide Stollen ruhen nur ca. 30 Minuten. Dann schmeckt man die Hefe nicht so übermäßig, aber getrieben hat sie schon ein bisschen. Gewürzt habe ich mit Nelke, Muskat, Kardamom, Zitrone, Ingwer, Zimt. Nicht zu viel.
Wenn alle Zutaten im Teig sind, dann ist das eine ganz schön pappige Angelegenheit!

Die Stollen werden bei 210 Grad ca. 15 Minuten angebacken und dann bei 160 Grad ca. 40-60 Minuten fertig gebacken.

"Vorher" Fotos gibt es schon. Wie gut die guten Stollen schmecken? Dass erfahren Sie erst im Dezember, denn die Butterschmalz-getränkten-Kristallzucker-gezuckerten Stollen müssen in Alufolie bis dahin erstmal ruhen! Puderzucker kommt nach der Ruhephase drauf. Soviel sei verraten: die Stollen duften köstlich! Und für den Fall, dass meine "Profirezepte" nicht schmecken, lege ich uns einen Dresdner Stollen von Aldi in eine Schublade ;-)!

Gemütliche Zeiten wünsch ich!