Samstag, 11. Januar 2014

Ein Drohbrief und Bataten

Haben Sie so was schon mal bekommen? Einen unangenehmen Brief, genauer gesagt einen kleinen, hässlichen Drohbrief. Ja, so was hatte ich in meiner Mailbox! Unglaublich! In wenigen Worten stand da kurz und knapp die vollmundige Ankündigung, der Unterzeichner wolle meinen Blog nicht weiter lesen, wenn nicht endlich mal wieder ein Rezept auftauchen würde.
Ich bin traumatisiert, bin fix und alle. Mein erster Drohbrief. Ich bin hilflos im Umgang damit und fühle mich wie das heulende Elend. Der Herr des Hauses kann mich kaum beruhigen. Wie soll ich damit umgehen, mit diesem Miststück von Mail mit anonymer Unterschrift? Wie reagiere ich richtig?
Ich führe mir den Inhalt wieder und wieder vor Augen, die unfassbare Folge fehlender Rezepte will mir nicht aus dem Kopf: ein Leser weniger! Was für eine Katastrophe! Ich leide an Weltuntergangsstimmung.
;-)
Um das drohende Unglück zu verhindern, muss ich mich heute outen: es gibt zur Zeit leider keine wirklich ausgefallenen Rezepte. Mir ist über die Feiertage nämlich die Lust am Bratpfannen schwenken, am Töpfe stemmen und Backbleche schieben verloren gegangen. Zur Zeit ist mir mehr nach "nachweihnachtlicher" Besinnlichkeit, nach Reduktion und auch nach "Nicht-Essen".
Deshalb gibt es hier heute nur das Foto meiner schlichten Freitagsmahlzeit: gebratene Süsskartoffel mit Shitakepilzen und Feldsalat. Rezept in Kurzform gleich anbei, damit mir der Drohbriefschreiber auch ja nicht abhanden kommt. Besänftigt, lieber Schreiberling? ;-)
Zur Zeit probiere ich nämlich nur unprätentiöse Kocherei. Schlicht und ergreifend, wenig Arbeit, wenig Töpfechaos. Süsskartoffeln oder auch Bataten sind wunderbar einfach zuzubereiten. Und es handelt sich dabei um ganz außergewöhnlich nährstoffgeladene Knollen. Die übrigens nicht zu der Sorte der Kartoffeln und damit etwa zu den Nachtschattengewächsen zählen, sondern zu den Windengewächsen. Columbus hatte sie bei seiner Rückkehr aus Südamerika mit im Gepäck. Ja und ich hatte sie heute in der Pfanne. Ein schnelles, leckeres Gericht, aufgepeppt mit viel Kresse und Petersilie. Damit kann man im Januar auch die Sünden des Dezember regulieren.
Ich habe Süßkartoffeln in allererster Linie gebraten, weil ich das schon immer mal ausprobieren wollte. Pure Neugier, gepaart mit dem guten Gefühl, mir was Gutes zu Tun. Es war allerdings nicht nur gesund sondern auch sehr, sehr lecker.

Bleiben Sie mir gewogen, ob mit oder ohne Rezept!


Dienstag, 7. Januar 2014

Neues Jahr - Neues Glück


Das neue Jahr ist zwar schon 7 Tage alt - aber immer noch frisch und jung genug, um Ihnen das allerbeste zu wünschen. Und davon reichlich!
Damit auch ich gut starte ins Jahr 2014, bin ich wie jedes Jahr wieder meinen lieb gewonnenen Gewohnheiten treu geblieben:

am 31.12. eines jeden Jahres sieht man mich bei lauter, fetziger Musik räumen, staubsaugen, wienern und polieren. Sogar der vierarmige Leuchter von Onkel Max und Tante Iris kommt nicht ungeschoren an mir und meiner Putzwut vorbei. Am Tag vor Neujahr stöhnt auch die Waschmaschine unter dem Hochbetrieb und meinem Eifer. Denn es soll ja keine Schmutzwäsche aus dem alten Jahr ins neue Jahr mit hinüberwechseln. Auch das letzte Hemd wird von mir noch schnell liebevoll gebügelt. Das Motto lautet: alles frisch für´s Neue Jahr. Altlasten beseitigen. Letzte Rechnungen bezahlen, Altpapier und Altglas wegbringen. Klarer Fall. Und viele Stunden später jage ich immer noch atemlos durch die Räumlichkeiten:  denn der Silvesterabend will auch vorbereitet sein.
Der Herr des Hauses und ich sind überhaupt keine großen Silvesterfreaks. Dieses zähe Warten auf Mitternacht liegt uns einfach nicht. Und so ist der 31. Dezember in schöner Regelmässigkeit ungeplant und entwickelt sich jedes Jahre immer wieder überraschend anders. 
Ganz besonders lebhaft ist mir der Silvesterabend auf Malta in Erinnerung, als wir meinten etwas ganz besonders machen zu müssen: ein Galadiner, weit weg von zu Hause. Als wir abends dann aufgebrezelt in den von Kronleuchtern erleuchteten Ballsaal schritten, da traf uns der Schlag. Dem Herrn des Hauses und mir war innerhalb von Millisekunden klar, dass wir so nicht ins neue Jahr feiern wollten: an den Tischen saßen ausschließlich, aber wirklich ausschließlich sehr alte und noch ältere Herrschaften. Bitte, nicht missverstehen. Lilagetönte Damenköpfe, reiselustige Mitachzigerinnen und agile Senioren mit prächtigen Gehstöcken: toll! Aber in der Übermacht war uns das zuviel... wir waren damals die einzigen 30jährigen im Raum. Und deshalb haben wir fluchtartig Reißaus genommen und die heiligen Hallen verlassen und sind ziellos Hand in Hand in Valetta herumgeirrt. Beim Anblick einer wunderbaren Villa mit hellerleuchteten Fenstern und vielen jungen Leuten stand wieder unisono der Entschluss fest: das ist unsere location. Mit größter Selbstverständlichkeit haben wir an der rauschenden Party teilgenommen. Keiner hat uns was gefragt, wir haben ausgelassen mitgefeiert, mitgelacht und mitgetanzt. Es war eine großartige, stimmungsvolle Nacht. Und das darauf folgende Jahr war genauso.

Dieses Jahr kam einen Tag vor Silvester die frohe Kunde, dass zwei Freundinnen unserer Tochter Asyl brauchten. Deren Eltern hatten die jeweiligen Häuser für große Feste blockiert. Für die Jugend war kein Platz mehr. So kamen wir in den Genuss des Besuchs von zwei reizenden jungen Damen. Der Herr des Hauses war zufrieden: Hahn im Korb mit vier Frauen, das passte zu seiner Stimmung.
Wie gut das es kalt war: ich konnte im Familienrat erfolgreich Raclette vorschlagen, was nur einen schön gedeckten Tisch erfordert und gute Kartoffeln. Für den Rest ist später jeder selbst verantwortlich. Und Langweile beim Essen kommt auch nicht auf, bei all dem Herumgereiche von Schüsselchen und Töpfchen, Geschabe von Käse und dem Pellen von Erdäpfeln.
So war´s dann auch: es war launig und lustig, aber auch ein wenig besinnlich und nachdenklich. Denn mal wieder schlich sich das Thema Orientierungslosigkeit der Ü-25 bis U-30 Generation an den Tisch. (Soll heißen "Ü"ber 25 und "U"nter 30)
Manch kleiner Witz verkümmerte ob der Ratlosigkeit der jungen Damen. Hinzukam: die Ladies waren auch keine wahrhaftigen Silvesterfans. Die heimliche Gähnerei hörte erst auf, als ich die Mannschaft ins Auto kommandierte, um auf einen Hügel mit sensationellem Ausblick zu tuckern. Die kalte Luft, die wahnwitzige Kracherei der fremden Leute und die in unserer Runde wandernde Champusflasche zauberten freundliche Stimmung und ansteckend gute Laune.
Unsere eigene kleine Krachertüte öffneten wir auf der Rückfahrt auf einem einsamen Feld hoch über der Stadt. Und während Würzburg schon fast wieder schlafend zu unseren Füßen lag, jagten wir lachend und johlend unsere bunten Raketen in die Luft. Und standen staunend im matschigen Acker.
Schön war´s. Genauso, wie ich es mir für mein persönliches neues Jahr wünsche. Ruhig und spritzig, gelassene und auch ausgelassen. Halt von jedem Etwas mit einem großen Quäntchen Lebensfreude.
Gute Vorsätze für´s neue Jahr? Habe ich noch nicht gefasst. Die liegen im wahrsten Sinne des Wortes noch auf dem Boden. Für dieses Jahr habe ich mir nämlich mal wieder eine Collage vorgenommen, um das neue Jahr so richtig intensiv zu visualisieren. Dazu schnippel ich fast rauschhaft aus einem Berg von Zeitschriften Worte, Sätze und Bilder und Fotos aus. Die klebe ich dann auf ein großes, farbiges Tonpapier - mit gleicher Rauschhaftigkeit, einfach aus dem Bauch heraus. So entsteht ein wunderbares Bild. Und was das Unterbewusstsein da alles aus den Zeitschriften zusammenfindet und zusammenklebt ist schon beeindruckend.Vor allem, wenn man das ein Jahr später betrachtet. Wenn man feststellt, wie viel von der Collage Realität geworden ist.
Und weil mir bis jetzt noch nicht nach schnippeln und kleben und Rausch war, liegt der Zeitschriftenstapel noch unangetastet auf dem Boden.
Bis jetzt.
Sie erlauben? Ich schließe nämlich für heute und will die Zeitschriften nun doch nicht länger warten lassen.

Mit guten Wünschen gegrüßt im 1.Post des Jahres 2014


Dienstag, 31. Dezember 2013

Glückspilze

...es war doch nicht der letzte Post im alten Jahr ;-).
Mein Wunsch für Sie :
seien Sie im Neuen Jahr 2014 ein echter Glückspilz!
Herzlich gegrüßt am letzten Tag des Jahres!

Sonntag, 29. Dezember 2013

Unboxing is over...

Stimmt´s, Sie leiden unter Entzugserscheinungen? Sie haben immer wieder auf dieser Seite nachgeschaut. Vergeblich. Sie waren kurz davor mir entrüstet zu schreiben. Sie haben mich vermisst. Mich und meine größeren oder kleineren Beiträge auf dieser home-sweet-home-Seite.
Wissen Sie auch, warum kein noch so kleines Textchen, kein noch so winziges Bildchen die letzten Tage erschienen ist? Die liebe Autorin war im Weihnachtsrausch! Ja, im Geschenkfieber, beim Einpack-Marathon, beim Weihnachts-dauer-feiern, im permanenten Kochduell und beim Küchenputz. Und nun, auf einmal, wieder Zeit und Raum. Denn...unboxing is over. Unboxing... ich sehe Ihre Augenbrauen fragend nach oben schnellen. Ja, so heisst das offizielle Schlagwort, wenn per Video clip in erster Linie das Auspacken eines  elektronischen Gerätes gezeigt wird. Ich finde das Wort passt auch wunderbar auf das Auspacken von Geschenken. Wir haben übrigens auch beleuchtete Geschenke gehabt, die wir "aus der Box geholt haben". Vielleicht müsste es für Weihnachten modifiziert heißen : "unchristmasboxing" oder "christmasunboxing"?  Wie ich es überhaupt liebe neue Worte zu kreieren, aus Substantiven überraschende Verben zu gestalten und umgekehrt. Z.B. vermilche ich meinen Kaffee und kann das vercognacen von Soßen nur sehr empfehlen.
Was ich an Weihnachten übrigens mehrfach getan habe. Denn es gab leckere Schmausereien mit dem Ergebnis runder Bäuche im Familienkreis und solidarischer Ächtung der Badezimmerwaage.
Ja eigentlich sind wir von einer Mahlzeit in die andere gefallen, der Tisch war gerade abgedeckt, da wurde er schon wieder eingedeckt. Die Spülmaschine hat schon komische Geräusche gemacht und meine Finger sind immer noch leicht geschrumpelt vom dauernden Kochtöpfe spülen. Denn die werden auch in der besten Maschine einfach nicht sauber und verlangen nach traditioneller  Handarbeit.
Während dieser Feiertage gebe ich mich jedesmal auf, d.h. ich gebe mein kleines, liebes Ich an einem Schalter ab. Lasse mir allerdings eine Marke geben, um mich dann kurz vor Silvester wieder abzuholen. Die Weihnachtsfeiertage stehe ich nämlich voll ehrlicher Hingabe meiner Familie zu Diensten. Ja, das mag erstaunen. Aber es macht mir wirklich Spaß zu kochen und zu brutzeln, den Tisch zu decken und abzudecken. Leckereien zuzubereiten und für jeden das richtige im Kühlschrank zu haben. Da gilt es u.a. die Lachsliebhaberin, den 8-Eier-mit Zwiebeln-Rühreier -Fan, die vegane-Maus und den frisches-Brot-Liebhaber-Herr-des-Hauses zu versorgen. Wenn dann noch liebe Freunde und nahe Verwandte, wie Bruder, Schwägerin, Cousinen und Nichten auftauchen, wird die Logistik der Nahrungsmittelbeschaffung und Präsentation noch ausgefeilter. Alles für alle frisch über die Feiertage auf den Tisch zu bringen setzt fast schon ein betriebswirtschaftliches Studium voraus mit Zusatzausbildung in Controlling und Logistik! Ich bin nur froh, wenn es kalt ist und ich alle Vorräte draussen horten kann. So entgehe ich wenigstens Jahr für Jahr dem Kauf eines zusätzlichen Kühlschrankes. Und dann die täglich neuen Aufgaben: wer mag welches Ei wie gekocht? Hier keine Kohlehydrate, da bitte Salzbutter, Salat bitte nur mit Olivenöl, Käse? Ja, Käse schon, aber nur Ziege. Körnerbrote hier und Weissmehlhörnchen da. Lamm, nein danke, Truthahn geht. Bitte kein Paprika, Knoblauch nur wenig. Hier Cola light, da bitte nur Wasser, aber ohne Kohlensäuren.
Diese ganzen Feinheiten des Haushaltsmanagements bekomme ich nur in den Griff, wenn ich  - wie gesagt - mein eigenes Ich "abgebe" und mich mit ganzem Sein diesen Aufgabenstellungen widme. Das führt dann leider auch dazu, dass ich erstmal keines meiner wunderbaren Weihnachtsbücher lesen kann. Diese, meine Weihnachtsleidenschaft muss warten, bis ich wieder mein Ich am Schalter abhole. Was ich nach 3 Tagen Tätigkeit als Hausgeist, Putz- und Küchenmamsell dann auch sehr gerne mache. Meine Familie zuckt kurz zusammen, wenn ich mehr oder weniger von jetzt auf nachher die Schürze in die Ecke werfe und lautstark meinen Hausfrauenboykott mit folgenden Worten ankündige: "Say goodbye, ich fang jetzt an mit dem ersten Weihnachtsschmöker." Großes Gejaule, jeder weiß, dass ich dann verschollen bin und Küche und Mahlzeiten mich von da an null und nicht interessieren und die Meute auf sich gestellt ist. Plätzchenteller? Selber machen! Frühstückstisch? Selber decken! Spülmaschine? Selber ein-und ausräumen, so lautet die Devise, bis ich mich durch meinen Wälzer durchgearbeitet habe. Da ich mir immer sehr dicke Schmöker wünsche, kann das trotz meiner Lesegeschwindigkeit schon dauern.
Ich klinke mich so richtig aus. Und fühle mich wunderbar dabei.
Ist das Buch gut, dann unterbreche ich ab und zu, um nicht nur über die Worte und Zeilen zu galoppieren, sondern bewußt zu lesen. Dazu gehören Pausen. Um mein Lesetempo ein bisschen zu drosseln. Und in den Pausen schiebe ich zur Freude der Familie mal schnell noch einen Braten in den Ofen. Wieder eine Stunde lesen, dann eile ich ganz kurz erneut zum Ofen und schalte auf 80 Grad runter. Niedergaren heißt die Methode. Das kann stundenlang dauern, unter 4 Stunden geht da fast nichts.  Dem Braten passiert nur sanftes Garen und ich kann beruhigt weiterlesen.  Bei der Weihnachtsente hatte ich so 5 Stunden Ruhe. Das hat gereicht, um richtig schön vorwärts zu kommen in dem brutalen Weihnachtskrimi. Und sechs Leichen später war ich blass und bereit für eine größere Pause. Das Tranchieren der Ente erledigte ich wie in Trance. Es ging seltsam gut von der Hand.
Und weil ich ja das Küchenmanagement während des Leserausches komplett abgebe, passieren unerwartete Dinge. Die neue Küchencrew hat zum Beispiel die "Sättigungsbeilage" anders gestaltet, als sonst: statt runder Knödel gab es welche in Würfelform. Wir sind uns noch nicht einig ob diese Kreation in die Familienanalen als Quadrödel, Quanödel oder Wünödel eingehen soll. Auch diese Entscheidung werde ich entspannt der neuen Küchencrew überlassen, denn es liegen glücklicherweise noch zwei weitere Weihnachtsschmöker unter dem Baum, die auf mich warten. Wer wollte da über Wortkreationen grübeln? Ich jedenfalls nicht!

Der letzte Post im alten Jahr!
Schön war´s in 2013 - ich hoffe bei Ihnen auch!

Herzlich gegrüßt von mir!


Montag, 16. Dezember 2013

Eine Bio-Tanne bitte...


Ja, kaum zu glauben! Heute habe ich die Aufforderung gelesen zu Weihnachten eine Bio-Tanne zu kaufen. Alles nur noch bio! Jetzt auch der Weihnachtsbaum. Der kommt normalerweise mit aufrechten Wuchs, tiefgrünem Schimmer und makelloser Spitze meist aus den nordischen Ländern und aus dem Kaukasus zu uns. Schon Monate vorher gefällt worden, lange gereist und deshalb ohne rechtes Durchhaltevermögen für Feiertage in warmen deutschen Wohnzimmern. Der arme Weihnachtsbaum ist in reinen Monokulturen groß geworden, wurde dort in schöner Regelmäßigkeit gegen alles mögliche gespritzt, was eventuell bei ihm zu ungewünschten Unregelmässigkeiten hätte führen können. Das Spritz-Zeug klebt am Stamm, an den Nadeln und sonst wo. Und wir holen uns das dann ins Wohnzimmer. Na super.
Tja, bei 30. MIO verkaufter Christbäume in deutschen  Landen wird die Nachfrage eben hauptsächlich durch diese plantagengewachsenen-langzeitreisenden Bäume gedeckt. So ist das einfach.

Inzwischen hat aber auch der heimische Landwirt den heimischen Markt entdeckt.
Im Würzburger Landkreis entstehen explosionsartig an allen möglichen Ecken große Christbaumplantagen. Es wird gezäunt, was das Zeug hält, die Natur wird zurückgedrängt. In  diesen Christbaumplantagen kreucht und fleucht schon lange nichts mehr. Auch hier wird nämlich gedüngt und gespritzt ohne Ende. Da singt höchstens mal ein verzweifelter, verirrter Piepmatz. Die Monokultur wird mit allen Mitteln installiert, um dann in spätestens 10 Jahren die erste "Ernte" einzufahren. Die erfreuliche Rendite lässt sich bei einem Einstandspreis von 1,-€ pro Jungpflanze und einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 50-80 € schnell auf dem Papierdeckel ausrechnen.

Aber wir wollen natürlich auch nicht auf den Baum verzichten. Was also tun?
Ein Christbaum, der auf einer Sonderfläche gewachsen ist, d.h. unter Strommasten oder Leitungstrassen, der wäre eine einigermaßen akzeptable Alternative. Aber ich habe noch nie an den Bäumen einen "Herkunftsnachweis" gesehen. (Die EU-Kommision wird das neben gradlinigen Gurkenentschiedungen bestimmt auch noch richten.)

Vor allem, wo und wie treibe ich wenigstens einen ungespritzten Nadelbaum aus heimischen Wäldern auf? Verbessert der Ankauf eines bayerischen Baumes die Ökobilanz wirklich nachhaltig, wenn man mit einem großen Auto oder Anhänger viele Kilometer dafür fahren muss?
Was für eine Zwickmühle!
Jedenfalls haben wir uns auch dieses Jahr wieder entschlossen einen heimischen Baum zu erstehen, in der nächstmöglichen Umgebung von Würzburg. Natürlich wird der Weihnachtsbaum selbst geschlagen. Und wir sind gerne bereit auch einen Individualisten zu nehmen: einen krummen oder schiefen Baum.
Am Ende seiner Laufzeit bekommt er von uns also ein wunderschönes, glitzerndes Kleid aus großen und kleinen Kugeln und Schleifen. Auch wenn der Christbaum eine krumme, gar keine oder sogar zwei Spitzen haben sollte: wir schmücken ihn aufs feinste! Wir bestaunen ihn, werden unsere Päckchen darunter verstecken, werden vor ihm singen und Weihnachtsgeschichten lesen. Egal ob Bio oder nicht, bevor er dann zu Brennholz wird, soll der Baum es nochmals richtig schön bei uns haben.


Einen guten Start in die letzte Adventswoche!

Samstag, 14. Dezember 2013

Nur noch 10 Tage!


Ich habe was neues, was der Mensch eigentlich nicht braucht: eine Weihnachtsapp mit countdown Funktion. Da rieseln die Schneeflöckchen die App entlang, es scheppert sanfte Weihnachtsmusik im Hintergrund und die Tage werden Richtung 24.Dezember heruntergezählt.  Deshalb gleich die gute Nachricht: es sind nur noch 10 Tage bis Weihnachten. Tja, sagen Sie, das ist doch eigentlich höchst unerfreulich. Nur noch 10 Tage fürs Plätzchenbacken, nur noch 10 Tage  für den Geschenkemarathon, nur noch 10 Tage fürs Mail-und Kartenverschicken. Apropos, neues Thema:  diese unglaubliche Unsitte, dass jetzt nur noch Weihnachtsmails verschickt werden. Hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass ein handschriftliches Kärtchen einen ganz besonders persönlichen Duft verströmt?
Also wie gesagt, die einen jammern wegen der lausigen 10 Tage.
Und die anderen, die haben schon alles im Kasten, die Päckchen türmen sich in einer geheimen Ecke, frisch verpackt und weihnachstselig. Die Plätzchen liegen liebevoll gestapelt in schönen Metallkistchen und entspannt werden Kerzen angemacht und Teestündchen in Muse zelebriert. Und die Vorfreude steigt, der Adventszauber ist bereits eingekehrt und man, auch ich, kann es kaum erwarten. Wie in Kindertagen erscheinen da 10 Tage gaaaanz schön lang. Ich will endlich die glänzenden Augen sehen, die überraschten Blicke, ich freue mich aufs gemeinsame Schmausen und die langen Nächte. Obwohl ich ja sonst gerne früh ins Bett gehe, aber an Weihnachten werden alte Erinnerungen wach und gelebt. Haben Sie so etwas auch, ein Bild von sich, als sie noch unter 10 Jahren waren? Ich sehe mich spät nachts, bäuchlings und alleine unterm Weihnachtsbaum mit dem dicken Sammelband "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren. Bei der Stelle, als Pippi Langstrumpf auf Seite 197 unten rechts von Malli, dem Hausmädchen ihrer Großmutter erzählte, bin ich damals vor Lachen beinah erstickt.

Da hilft fürs Verständnis nur ein direktes Zitat:

"So was von einem guten Mädchen wie die Malli gibt es nicht wider, hat meine Großmutter gesagt. Denken Sie nur, einmal an Weihnachten, als Malli ein ganzes gebratenes Ferkel servieren sollte, wissen Sie, was sie da gemacht hat? Sie hatte im Kochbuch gelesen, dass das Weihnachstferkel mit gekräuseltem Papier in den Ohren und einem Apfel im Mundserviert wird. Und die arme Malli hatte nicht begriffen, dass Ferkel den Apfel im Mund und das gekräuselte Papier in den Ohren haben sollte. Das hätten Sie sehen sollen, wie sie am Weihnachtsabend mit dem gekräuselten Krepppapier in den Ohren und mit dem großen Gravensteiner im Mund hereinkam. Großmutter sagte zu ihr: "Du bist ein Schaf" und Mali konnte ja kein Wort zu ihrer Verteidigung hervorbringen, sondern wackelte nur mit den Ohren, so daß das gekräuselte Papier raschelte."

Mir rannen damals vor Lachen die Tränen über die Backen und ich konnte nicht mehr aufhören zu kichern. Jedes Jahr muss ich daran denken und hole mein altes Buch Jahrgang 1967 wieder aus einer Kellerkiste. So ganz tief ist das Lachen nicht mehr wie bei der ersten Leseüberraschung. Aber grinsen muss ich immer noch und überlege jedes Jahr, ob ich nicht doch auch mal meiner Familie in dieser Art und Weise einen Weihnachtsbraten auftischen soll.
Da es dieses Jahr aber Truthahn gibt, wird das deutlich schwieriger mit einer innovativen Präsentation. Gravensteiner Apfel in den Mund stecken, das geht ja noch. Aber die sogenannten papillotes poulet, die weißen Hähnchenmanschetten, die man zu Dekozwecken dem gerösteten Geflügel über die Beine streift, die kriege ich garantiert nicht über meine Handgelenke.

Es sind ja noch 10 Tage. Sicher fällt mir noch was kreatives ein, um die Tafelrunde angemessen zu erheitern.

Ich wünsche Ihnen morgen einen wunderschönen 2.Advent!






Mittwoch, 11. Dezember 2013

Handytasche - handmade in Munich

Was hat das Thema "Handytasche made in Munich" in einem dezemberlichen Adventsblogeintrag zu tun, fragen Sie sich? Dann auch noch mit dem schweren Thema Massentierhaltung kombiniert. Uff. Ich höre Sie stöhnen. Ehrlich gesagt, ich habe auch lange überlegt, wie ich das alles geschickt unter einen Hut bekomme, ohne den geneigten Leser zu strapazieren, aber doch zu informieren und ein wenig "wachzurütteln", trotz oder gerade im Adventszauber.
Das Thema Massentierhaltung ist ja inzwischen für viele ein Reizthema. Die einen leben deshalb mehr oder weniger vegetarisch, viele auch vegan. Manche Leute sind zu "wenn-überhaupt-dann-nur-sonntags-Fleisch-Essern" mutiert. Dann gibt es die Fraktion, die unbekümmert Fleisch einkaufen geht nach dem Motto "liegt-abgepackt-in-der Theke-alles-andere-interessiert-mich-nicht". Mit dieser "Verdrängungsmethode" habe ich allerdings meine Probleme.
Der Mensch hat viel Hirnmasse. Er kann denken. Und das sollte er auch tun.

Denn als Alternative zu Tiermastprodukten gibt es z.B. Wildfleisch. Da kann man ganz klar die erfreuliche Aussage treffen, dass die Tiere nicht gezüchtet werden, um definitiv als Schnitzel auf unseren Teller zu landen. Wildschwein, Reh oder Hirsch tummeln und vermehren sich erstmal natürlich und frei in der Wildbahn. Sollten sie auf dem Teller enden, ist das nur dem Umstand geschuldet, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren, nämlich vor des Weidmanns Büchse.

Außerdem gibt es noch Fleisch aus Tierhaltung, die von Landwirten betrieben wird, die sich dem Irrsinn langer Transportwege zu gesetzlich vorgeschriebenen Schlachthöfen widersetzen und die die notwendige Schlachtung auf vertretbare Art und Weise auf dem eigenen Grund und Boden vornehmen. Ich empfehle ausdrücklich sich die Seite www.uria.de anzuschauen. Hier hat ein engagierter Landwirt einen jahrelangen Kampf gegen Bürokratie und Behörden ausgefochten und schlussendlich gewonnen. Auch wenn er dabei viel Geld verloren hat für Anwaltskosten etc.
Und das erstaunliche daran? Er hält seine Rinder als natürliche Herde im Verband ganzjährig auf der Weide. Die Tiere sind robust, nicht krankheitsanfällig, die Aggressivität der Stiere ist überhaupt nicht mit der der Stiere zu vergleichen, die von der Herde getrennt gehalten werden. Die leider notwendige Schlachtung erfolgt so sanft wir möglich. Das Fleisch schmeckt anders. Die Wurstwaren werden als ehrliche, reine Rindswurstwaren hergestellt ohne den oft üblichen starken Verschnitt mit Schweinefleisch oder Zusatzstoffen.
Und das Leder wird auch einer Verwendung zugeführt. Wobei wir beim Thema Handytasche made in Munich wären. In München sitzt nämlich eine engagierte, wohlgemerkt nicht missionarisch vegetarisch lebende junge Dame. Die aber Wert darauf legt, was in ihrem Umfeld passiert, wo die Lebensmittel herkommen und wie wir mit der uns anvertrauten Welt umgehen. Sie ist auf den Hof des Landwirtes gefahren, hat sich alles angeschaut, alles hinterfragt. Und kauft nun das rein pflanzengefärbte Leder und fertigt in kleinen Stückzahlen schöne Handytaschen und andere Lederwaren (auch on demand) aus diesem ehrlichen und echten Naturprodukt. Der ganze Produktionsprozess ist transparent und nachvollziehbar.
Deshalb empfehle ich heute erstens bei dem engagierten Landwirt zu bestellen. Auch wenn das Portemonnaie mehr strapaziert wird, als beim Kauf der Fleischwaren im Discounter.
Und zweitens lege ich Ihnen auch die Seite www.ninalouisa.de ans Herz. Noch klein, überschaubar und in der Entwicklung, aber mit Herzblut und viel Engagement auf die Beine gestellt. Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen, der eine Handytasche zu Weihnachten verschenken möchte.
Mit gutem Gewissen und ehrlichem Herzen.
Und genau deshalb haben die Themen Handytasche und Tierhaltung eben mit der Weihnachtszeit zu tun.

Leben Sie bewusst!

Freitag, 6. Dezember 2013

Der Adventskalender-Marathon

Es schneit! Schon zum zweiten Mal an diesem Tag. An diesem besonderen Dezembertag, denn es ist der 6. Dezember und damit Nikolaustag!
Heute morgen taumelten die ersten kleinen Flöckchen durch die Gegend, als hätten sie sich verlaufen. Sie wirkten ziellos, unentschlossen und waren einfach zu warmherzig und weich, um hier irgendwelche Sträucher oder Wege zu okkupieren.
Aber jetzt, die zweite Kohorte Schneeflocken... die ist wild entschlossen Eindruck zu hinterlassen, ihr Winterterrain abzustecken. Es rieselt unaufhörlich, zwischendurch stürmt es flockig und die ersten Sedumknospen sind glitzrig-pudrig-weiß dekoriert. Der Himmel ist grau verhangen, es riecht förmlich nach weiterem Schnee. Und Nikolaus kann hinter dieser Schneewand am Himmel sicher gut versteckt seine Wege machen. Laut Umfrage haben auch die Kinder in Norddeutschland keine Sorgen, dass er es nicht schaffen könnte, der bärtige Mann: trotz Orkan Xaver sind die kleinen und großen Kinder fest überzeugt, dass er Süßfatz und Pakete bringen wird - geschützt  vor Wind und Wetter im Friesennerz.
Ich selbst sitze ohne Jacke im Warmen - vor der Tastatur und habe mir eine dicke Kerze angemacht und eine wunderbar schräge Tannenbaummütze aufgesetzt. Gefunden in einem Laden an der Ostsee letzte Woche. Sie sehen das hoffentlich bildlich vor sich... ja, lachen ist erlaubt! Mit Frank (Sinatra) im Hintergrund) fühlt sich alles so weihnachtlich an. Natürlich würde ich lieber mit klassischem Füller eine Blogseite "tippen". Und natürlich bräuchte ich die immer wieder aufkeimenden Gedanken an die "bösen Pflichten" wie Steuererklärung und Spülmaschineausräumen nicht.
Aber mit meinen kleinen weihnachtlichen Tricksereien schaffe ich tatsächlich für eine wunderbare Weile weihnachtliche Atmosphäre. Und ich hoffe, dass das die nächsten Tage auch so bleibt. Deshalb singt nicht nur Frank, sondern es trällern auch Bing (Crosby) und Michael (Buble) im Hintergrund. Denn ich liebe die 5.Jahreszeit! Mit all dem Plätzchenduft, den Heimlichtuereien, den großen und kleinen Überraschungen.
Habe ich schon erzählt, dass ich dieses Jahr jeden Morgen einen himmlischen Adventskalendermarathon absolviere? Hatte ich in dieser Form bisher noch nie!
Erst gehts barfuß noch im Nachtgewand zum Schokokalender auf der Küchentheke vom so kalorienbewussten Sohn. Er meinte lakonisch, ich wäre da ja weniger streng, deshalb habe er keine Hemmungen gehabt mir einen Kinderschokokalender beim Nikolaus zu ordern. Womit er grundsätzlich erstmal Recht hat. Ich stopfe allerdings ... allmorgendlich die Schoko-Beute aus dem Türchen erstmal in ein hohes Glas. Weil Schokolade zum Frühstück bei mir nun mal nicht geht und ich auch kein "zwischendurch-Nascher" bin. Schokolädchen schnabuliere ich ab und zu zum Mittagskaffee. Eine Reminiszenz an meine Studienzeit. Mein damaliger Patron - während des Jobs in einem Genfer Bekleidungshaus - hat mich manchmal zum Mittagessen eingeladen und hinterher gab es immer einen kleinen, starken Kaffee und ein Stück "Schoggi". So was bleibt als Ritual - lebenslänglich.
Die Adventskalenderschokolade hebe ich mir deshalb auf für so einen Mittagskaffee. Wenn sie nicht der nächtlichen Süßattacke des Herrn des Hauses zum Opfer fällt.
Weiter mit dem Kalendermarathon: nach dem Schokokalender geht es - immer noch barfuß - zum "Gute-Taten-Kalender". Der hängt am Kühlschrank und bei jedem Türchen erfahre ich, wofür die Spende ist, die der Herr des Hauses getätigt hat. Heute stand drin: "Solarstrom für eine Familie in Mosambik für einen Monat". Die Idee finde ich wunderbar und ich hoffe nur im Stillen, dass das Geld da auch ankommt und nicht in der Bürokratie versinkt.
Anschließend kommt der traumhafte Kalender meiner Freundin G., dessen Pakete so üppig und prachtvoll und schwer an einer Kette hängen, dass ich Schwierigkeiten hatte, den Kalender aufzuhängen. Die Pakete sind liebevoll in weihnachtliches Papier und Schleifen verpackt, dazwischen hängen Weihnachtsschmuck, Kristalle, Tand und Weihnachtsglitzer. Ein richtiges Kunstwerk! Und jeden Tag ein liebevolles Geschenk! Wohl dem, der eine Freundin hat!
Weiter geht es zum Kalender der Erinnerungen. Der steht neben der Kaffeemaschine und jedes Türchen enthält eine wunderbare Erinnerung an vergangene Weihnachtsereignisse, aufgeschrieben in kurzen Sätzen, versteckt hinter selbstgebastelten Türchen. Da steh' ich dann schon morgens und verdrück ein Tränchen, weil das so liebevoll ist und so viel gelebte Vergangenheit wach ruft. Und weil ich erstaunt bin, wie weit die Erinnerung der großen Tochter doch detailliert zurück reicht.
Dann gibt es noch die schöne Schale auf dem großen Holztisch gefüllt mit chicen Tüten und wunderbaren Überraschungen vom Nikolaus des Herrn des Hauses. Der hat dieses Jahr nämlich tatsächlich zwei Kalender präsentiert. Heute habe ich in der Tüte Nr.6 einen dicken Früchtekuchen gefunden. Der schmeckt so winter-weihnachtlich und passt prima zur unserer persönlichen Weihnachtszeit. Denn wir haben dieses Jahr ein Motto ausgerufen: wir feiern "karierte Weihnachten". Kariert...weil wir uns zwischen schottisch und irisch einfach nicht entscheiden konnten. Weil wir gerne Guinness trinken wollen, aber auch schottischen Lachs kochen möchten. Also karierte Weihnachten. Da muss ich mich jetzt auch wieder dran machen, ans planen und basteln und organisieren. Frank darf nochmal eine Runde weitersingen, die Kerze flackert auch weiter, den Schneetaumel vor dem Fenster sehe ich langsam nicht mehr, denn es ist jetzt schon dunkel.
Die Stimmung ist friedlich und das wünsche ich heute auch allen lieben Menschen an diesem 6.Dezember!

P.s. Eben gesehen: es ist ein weiterer Kalender per Post angekommen, ein Adventskartenkalender.  Von Freundin S. aus N. Ich friemel gleich erstmal schnell alle Türchen bis zum 6.12. auf -  bis zum Gleichstand bei allen Kalendern. Morgen muss ich eindeutig früher aufstehen für einen entspannten Adventskalendermarathon...




Dienstag, 3. Dezember 2013

Weihnachtsbäckerei

Es ist so weit.
Könnte sie schreien, sie würde es tun, die Küchenmaschine. Denn ab 1.Dezember droht täglich neuer Ungemach, täglich wird sie gefordert und läuft heiß. Aber da  muss sie durch, denn es ist Weihnachtszeit. Und ihr Vorhandensein schont meine Handgelenke. Obwohl wir alle Jahre wieder unter der Plätzchenflut stöhnen, wollen wir doch alle Jahre wieder auf keine der zahlreichen Kekssorten verzichten. Der Sohn liebt die Butterplätzchen mit den bunten Streuseln, die Tochter die kleinen Kokosmakronen - bitteschön ganz hell gebacken. Der Herr des Hauses mag am liebsten "Heinerli", das sind diese mit Schokoladenmasse geschichteten und dann in Rauten geschnittenen Oblaten. Für liebe Freunde rolle ich ebenfalls das Teigholz: da gibt es Himbeersternchen für Freundin U., Zimtherzchen für Onkel G., Vanillekipferl und Schokostangerl für Freund F.. Jedes Jahr überlege ich mir, ob ich nicht lieber gute Plätzchen einkaufen soll oder einfach mal ein Jahr aussetze und gar nicht backe. Ich überlege hin und überlege her. Ernte schlimmen Protest und fassungslose Blicke im Familienkreis. Das Ende vom Lied sind dann etliche Kekssorten in etlichen Keksdosen. Und dann gibt es noch meine geheime Dose. Darin horte ich von jeder der Kekssorten eine kleinere Menge. Damit ich am Weihnachtsabend auch noch einen schönen Plätzchenteller machen kann. Denn erfahrungsgemäß schmecken die süßen Naschereien vor Weihnachten am besten. Und damit droht immer die latente Gefahr leerer Plätzchendosen oft schon ab Mitte Dezember.
Aber der 24. ohne Plätzchen geht natürlich gar nicht.
Wo ich diese geheime Dose verstecke? Verrate ich nicht! Denn es könnte ja sein, dass einer das liest, der bei uns ein- und ausgeht. Dann wäre Schluss mit der Reservedose. Das will ich nicht, denn kurz vor dem 24. Dezember nochmals anfangen zu backen, dass wäre weder was für mich noch für meine Küchenmaschine. Die hat nämlich spätestens ab dem 10.Dezember wohlverdiente Plätzchen- und Winterruhe!





Donnerstag, 28. November 2013

Winterherrschaft


Der Winter übernimmt die Herrschaft!
Raureif und Bodenfrost sind als Vorboten unterwegs.
Ich mags - alles so frisch und kalt draußen
...und drinnen warm.
Am Sonntag ist schon der erste Advent. Das Jahr spurtet dem Ende zu.
Alles gut.